Lisl Goldarbeiter

Die „Miss Universe“ aus Österreich

Dass Österreich mit Eva Rueber-Staier (1969) und Ulla Weigerstorfer (1987) zweimal die „Miss World“ stellte, ist bekannt. Aber wissen Sie auch, dass die erste „Miss Universe“, die nicht aus den USA kam, Österreicherin war?

Lisl, eigentlich Liesl-Elisabeth Goldarbeiter, die am 23. März 1909 in Wien geboren wurde, war die Tochter eines aus Szeged (Ungarn) stammenden jüdischen Galanteriewarenhändlers und dessen Wiener Frau. Sie lebte bis zum Jahr 1937 in Wien, ehe sie nach Preßburg/Bratislava zog.

Nachdem sie sich bei der Wahl zur „Miss Austria 1929“ gegen 600 Mitbewerberinnen durchgesetzt hatte, wurde die als Fotomodell arbeitende Lisl Zweite bei der in Paris ausgetragenen Kür der „Miss Europe“. Es handelte sich dabei um das erste Jahr, in welchem die europäischen Schönheitsköniginnen gegen jene des amerikanischen Kontinents um den Titel der „Miss Universe“ antraten.

In Texas wurde Lisl Goldarbeiter schließlich einstimmig zur „Miss Universe 1929“ gewählt, was ihr 2000 Dollar in Gold und ein mit 15.000 Dollar dotiertes Theater-Angebot aus Hollywood einbrachte.

Als sie Jahre später wieder nach Wien zurückkehrte, heiratete sie den Krawattenfabrikanten Fritz Spielmann. Im Zuge des Zweiten Weltkrieges verlor die ehemals schönste Frau der Welt nicht nur ihren Gatten, sondern auch ihren gesamten Besitz. 1949 heiratete Lisl ihren Cousin Marci Tänzer, der sie von Jugend an geliebt und auf sie gewartet hatte. Aus den zahlreichen Filmaufnahmen, die Tänzer im Laufe der Jahre von seiner Cousine gemacht hatte, entstand 2006 eine Dokumentation über die bislang einzige „Miss Universe“ aus Österreich.

Lisl Goldarbeiter starb am 14. Dezember 1997 in Budapest, wo sie seit 1950 gelebt hatte.